Südamerika-Zentrum Hannover e.V.

Centro Latinoamericano de Hannover

Heilgärten für Gesundheitsstationen – Nutzung von Heilpflanzen zur Herstellung von Medizin

Medizin ist teuer und in manchen Regionen der Entwicklungsländer nicht verfügbar. Kleine eigenständige Gesundheitsstationen haben oft nicht die finanziellen Mittel ihre eigenen Kosten zur medizinischen Grundversorgung zu decken und in den seltensten Fällen die Möglichkeiten den Bedürftigen die Medizin zu finanzieren.

 

Für viele Anwendungen sind alternative, billigere und lokale Heilpflanzennutzungen gewünscht. Aber wie anfangen? Wie an richtiges Saatgut kommen? Was ist die richtige Anbaumethode, die richtige Erntezeit, wie ist die richtige Verarbeitung und Anwendung? Welche Rezepturen sind effektiv und phytothera-peutisch nachgewiesen?
Für lokale Initiativen wollen wir mit dem richtigen Saatgut, geeigneten Anbaumethoden und fundierten Rezepturen, sowie der Schulung in Herstellung von Heilauszügen, Tinkturen, Heilsalben und Seifen ein Hilfsangebot anbieten, um  Gesundheitsstationen mit einem Heilgarten  und einer Kräutermanufaktur zu erweitern, wobei ein hohes Maß an Qualitätssicherung zu gewährleisten ist. Dazu soll langfristig ein fundiertes Schulungskonzept aufgebaut werden, um es verschiedenen Organisationen anbieten zu können.
Der Verein Aktion Natürliche Medizin in den Tropen – ANAMED  hat in Afrika ein beispielhaftes Netzwerk solcher Gesundheitsstationen aufgebaut. Ihre Erfahrungen, Schulungen und erprobten Rezepturen sind unsere Grundlagen. Wir kooperieren seit Jahren mit dem Verein ANAMED und Patricia Rauscher vom SAZ unterstützt diesen seit 2012 aktiv bei den Schulungen in Deutschland. 

Vom 18-21. April 2013 findet eine Schulung zur Heilpflanzennutzung von ANAMED in Korntal bei Stuttgart statt. Anmeldung unter: http://www.anamed.net/Deutsch_Home/deutsch_home.html

Modellprojekt in Novo Iguazul, Brasilien

Der Verein AVICRES e.V. in Nova Iguacu, einer Trabantenstadt vor Rio de Janeiro, betreibt u.a. erfolgreich eine Gesundheitsstation mit fünf Ärzten und hatte schon lange den Wunsch diese um einem Heilgarten zu erweitern. Nach einem privaten Urlaub 2011 in Brasilien verlängerte Patricia Rauscher ihren Aufenthalt um AVICRES kennen zu lernen und erste Schulungen zur Herstellung von Salben und Tinkturen und ein Umsetzungskonzept zu entwickeln. Dabei zeigte sich die Leitung von AVICRES sehr rege und stellte bei der  Deutschen Botschaft in Brasilien einen Förderantrag für die Planung und den Bau eines Schaugartens.

Endlich, nach einem Jahr des Wartens, wurde Ende 2011 eine Förderung von 8000 Real  bewilligt. So konnte im Januar 2012 begonnen werden den Innenhof der Gesundheitsstation zu entkernen, in dem der Betonboden aufgebrochen wurde. Anschließend wurden die Hochbeete angelegt  und die ersten Pflanzen konnten  gepflanzt werden. Nun fehlt nur noch das letzte Finish für den Schaugarten in der  Gesundheitsstation, aber schon nutzen viele Patienten in der Wartezeit den Bereich und erkundigen sich nach den medizinischen Nutzungsmöglichkeiten der Pflanzen.
Neben der Gesundheitsstation betreibt der Verein, ca. 15 km von der Gesundheitsstation entfernt, eine landwirtschaftliche Nachmittagsschule für Kinder von Zuwanderern, die nun auch die Anzucht der Heilpflanzen übernehmen. Die Düsseldorfer Gruppe Futuro-si ( www.futuro-si.de ) konnte als Geldgeber für den Ausbau der Landwirtschaft gewonnen werden. Unter www.betterplace.org/de/projects/7162-avicres-heilpflanzmedizin-fur-die-zukunft   hat Futoro-si einen Spendenaufruf dafür gestartet. Bis Februar 2013 waren 71 % der benötigten Gelder eingeworben und es konnte mit dem Bau eines Gewächshauses zur Pflanzenanzucht begonnen und Gartengeräte und Düngeboden gekauft werden. Erste Heilpflanzen werden so neben dem Gemüse angezogen und in der Gesundheitsstation verkauft.

Doch selbst nach Bewilligung der Fördergelder und der Spenden fehlen noch Mittel für die Laborausstattung zur Verarbeitung der Heilpflanzen und zu Logistik, Ernte- und Vermarktungs-möglichkeiten. Vor allem die Schulungen des Personals in Verarbeitung und Anwendung der Heilmittel und der Information der Bevölkerung durch Broschüren zu den Heilpflanzen, sowie Anwendervideos fehlen noch.

In 2013 möchten wir vom Südamerika-Zentrum uns vorrangig um Schulungen, Schulungsmaterialien, Aufbau der Logistik von der Pro-duktion und Verarbeitung von Heilpflanzen bis zur Produktentwicklung, sowie der Beschaffung der Laborgrundausstattung kümmern. Futuro-si engagiert sich weiterhin bei der Spendeneinwerbung für die land-wirtschaftliche Grundausstattung, während AVICRES den Schaugarten bepflanzt.

Im Frühjahr 2013 werden zwei Mitarbeiter der Gesundheitsstation, die Arzthelferin Carla und ein neu angestellter Physiotherapeut, durch Fortbildungen zur Heilpflanzennutzung geschult. Sie werden vorrangig die Implementierung von Heilpflanzenprodukten / Tees  und Rezepturen in das Gesundheitswesen der Station  lenken. Parallel dazu werden Möglichkeiten der Herstellung anderer Heilpflanzenprodukte wie Öle und Tinkturen eruiert.

Ansprechpartnerin für dieses Projekt: Patricia Rauscher,  Tel.: 05109 - 525894,
               Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unser zweites Modellprojekt liegt in Sao Paulo
Cidades sem Fome – Städte ohne Hunger

Cidades sem Fome ist eine 2004 gegründete NRO in Sao Paulo - Eine Metropole der Superlativen, ein Gebilde imposanter Zahlen, die ihre Größe, Reichtümer und auch Unterschiede darstellen und mit 20 Millionen Einwohnern den Titel  „Viertgrößter Ballungsraum der Welt“ einbringt. Eingebettet in ein Szenario der Gegensätze in dem Reichtum und Armut nebeneinander bestehen, versucht die Organisation Cidades sem Fome durch das Projekt Städtische Landwirtschaft und Gemeindegärten, sowie Schulgärten,  Hunger und Arbeitslosigkeit zu mindern und führt gleichzeitig einen Bildungsauftrag zur gesunden Ernährung durch. Durch die Pflege und Nutzung bisheriger Müllbrachen, angrenzend an Favellas, leistet die NGO einen Beitrag für die nachhaltige Stadtentwicklung sowie Nahrungsmittelsicherung.

So konnten bis heute 21 vermüllte Brachflächen zu Nachbarschaftsgärten für über 700 Personen realisiert werden. In 15 Schulen werden Kurse zur Anzucht und Verarbeitung sowie gesunder Ernährung angeboten.
Mehr zu dieser Organisation findet man unter: www.cidadessemfome.org/de/ 
 
Das Projekt Städte ohne Hunger hat 2011 den Dubai Best Practices Award for Improving the Living Environment gewonnen.

Zu dieser Organisation wurden in 2011 Kontakte aufgebaut. Eine Kooperation sowie eine Projektskizze zur Heilpflanzennutzung soll 2013 erarbeitet werden.

Ansprechpartnerin für dieses Projekt: Patricia Rauscher,  Tel.: 05109 - 525894,
               Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

(C) 2019 Südamerika-Zentrum Hannover e.V.